Illustration KI-generiert
Knigge USA: kleine Unterschiede, große Wirkung
Du reist geschäftlich in die USA, reichst zur Begrüßung die Hand wie gewohnt – und merkst im selben Moment, dass dein Gegenüber etwas anderes erwartet, ohne dass du genau sagen könntest, was.
Amerikanische Umgangsformen unterscheiden sich in Details, die im Geschäftsleben viel bewirken. Der Handschlag ist fest und kurz, begleitet von durchgehendem Blickkontakt – ein zu langes Festhalten oder ein zu schwacher Griff wirkt schnell unsicher. Die Floskel „How do you do?“ wird nicht wörtlich beantwortet, sondern schlicht mit „Fine“ und der Gegenfrage erwidert. In der Vorstellung nutzt man zunächst „Mr.“, „Ms.“ oder „Mrs.“ mit Nachnamen – bei unklarem Familienstand ist „Ms.“ die sichere und mittlerweile übliche Wahl. Wer jemanden vorstellt, verzichtet danach eher auf Titel und hebt stattdessen berufliche Erfolge hervor. Erst nach der ersten Vorstellung wechselt man zu Vornamen; bleibt Unsicherheit, sind „Sir“ und „Madame“ die verlässliche Zwischenlösung.
Für die Auftritts-Phase gilt gerade auf Geschäftsreisen: Diese kleinen Anpassungen kosten nichts, signalisieren aber sofort kulturelle Aufmerksamkeit – eine Form von Respekt, die oft mehr zählt als perfektes Englisch.
Nimm den deutschen Geschäftsführer, der beim ersten US-Meeting bewusst „Ms. Miller“ statt des in Deutschland gewohnten vollen Namens verwendet und seinem Gegenüber dabei durchgehend in die Augen sieht: Eine kleine Anpassung, die sofort als Wertschätzung gelesen wird.
Welche Umgangsform hat dich selbst im Ausland schon einmal überrascht – und wie hast du reagiert?
Quelle: 30 Jahre Coaching-Praxis, Uwe Klenner.