Illustration KI-generiert
Schlagfertig antworten, ohne anzugreifen
Ein Vorwurf trifft dich unerwartet in einer Besprechung, vor Kollegen, ohne Vorwarnung – und für einen Sekundenbruchteil hast du die Wahl zwischen einer schlagfertigen Antwort und einem hilflosen Schweigen.
Die wirksamste Reaktion besteht aus zwei Schritten: Erstens den Vorwurf klar und direkt zurückweisen, ohne auszuweichen oder ihn kleinzureden. Zweitens – und das ist der eigentliche Kniff – dem Vorwurf eine neue, eigene Bedeutung geben, statt sich nur zu verteidigen: aus einer vermeintlichen Schwäche eine Notwendigkeit oder sogar eine Stärke machen. Direkt danach folgt ein bewusster Blickkontakt-Abbruch: Wer nach der Antwort den Blick löst, signalisiert, dass das Thema für ihn erledigt ist, statt auf eine Fortsetzung des Schlagabtauschs zu warten.
Für die Gegenwind-Phase ist genau diese Kombination entscheidend – die am dünnsten besetzte der vier Phasen, weil die wenigsten Menschen im Ernstfall eine vorbereitete Reaktion parat haben. Wer im Vorfeld weiß, dass Zurückweisen und Umdeuten zusammengehören, muss im Moment des Angriffs nicht mehr improvisieren, sondern nur noch abrufen.
Nimm die Projektleiterin, der im Meeting öffentlich vorgeworfen wird, zu langsam zu arbeiten: Statt sich zu rechtfertigen, entgegnet sie ruhig, dass genau diese Sorgfalt der Grund ist, warum es bei ihren Projekten hinterher keine teuren Nacharbeiten gibt – und wendet sich dann sichtbar dem nächsten Punkt der Agenda zu.
Welchen Vorwurf hast du zuletzt kommentarlos hingenommen – und wie hättest du ihn im Nachhinein umdeuten können?
Quelle: 30 Jahre Coaching-Praxis, Uwe Klenner.
Dieser Beitrag gehört zur Phase Gegenwind im Vier-Phasen-Modell →