Uwe KlennerDer Kompetent-Macher

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Illustration KI-generiert

Den Teller richtig belegen

· 2 Min. Lesezeit

Ist dir das auch schon aufgefallen? Der Teller wird vor dir abgestellt, und noch bevor du den ersten Bissen nimmst, hat dein Blick schon eine Meinung gebildet – appetitlich angerichtet oder lieblos hingeworfen.

Genau das ist das Handwerk hinter gutem Anrichten. Klassisch steht das Fleisch oder der Fisch dem Gast direkt gegenüber, die sättigende Beilage links, das Gemüse rechts. Die moderne Küche setzt dagegen weniger auf Breite als auf Höhe: Wer die Elemente vorsichtig stapelt statt sie nebeneinanderzulegen, lässt Farben besser wirken und den Teller größer aussehen, als er ist. Bei Braten darf die Soße den Teller umspielen, bei Wild dagegen liegt sie unter dem Fleisch – Details, die kaum ein Gast bewusst wahrnimmt, aber jeder unbewusst registriert. Und: Ein warmes Gericht auf einem kalten Teller verliert in Sekunden an Wirkung, ganz gleich, wie gut gekocht wurde.

Das ist die Auftritts-Phase in ihrer unauffälligsten Form. Niemand hält eine Rede über einen Teller – aber jeder, der als Gastgeber ein Geschäftsessen organisiert oder ein Restaurant für den wichtigsten Kunden des Jahres aussucht, wird an genau solchen Kleinigkeiten gemessen. Sorgfalt im Kleinen überträgt sich unbewusst auf die Einschätzung des großen Ganzen.

Nimm die Inhaberin, die für die Vertragsunterschrift mit dem größten Kunden des Jahres bewusst ein Restaurant wählt, in dem genau diese Details stimmen – nicht, weil sie selbst kocht, sondern weil sie weiß, dass ihr Kunde das Gesamtbild liest, lange bevor über Zahlen gesprochen wird.

Worauf achtest du selbst zuerst, wenn du am Tisch sitzt und noch bevor jemand ein Wort gesagt hat – und was, glaubst du, liest dein Gegenüber bei dir?

Quelle: 30 Jahre Coaching-Praxis, Uwe Klenner.