Uwe KlennerDer Kompetent-Macher

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Die ungeschriebenen Regeln des Sommerfests

Illustration KI-generiert

Die ungeschriebenen Regeln des Sommerfests

· 2 Min. Lesezeit

Passiert dir das auch? Auf dem Sommerfest der Firma stehst du auf einmal neben deiner Chefin am Grill, ein Glas in der Hand, Musik im Hintergrund – und merkst: Hier gelten andere Regeln als im Meeting. Nur weiß in dem Moment niemand mehr so genau, welche.

Jetzt, mitten in der Sommerfest- und Grillsaison, erlebe ich in meiner Arbeit mit Führungskräften jedes Jahr denselben Fehler: Menschen, die im Büro souverän wirken, schalten auf dem Firmenfest in einen von zwei Modi um. Entweder wird strikt weiter Dienst geschoben, mit Aktenkoffer-Haltung bis zum letzten Bier, oder es wird komplett losgelassen, nach dem Motto „ist ja privat“. Beides kostet Wirkung. Das Sommerfest ist kein Meeting und keine private Feier, sondern ein Zwischenraum mit eigenen Spielregeln.

Das gehört in die Auftritt-Phase: Kleidung eine Spur legerer als im Büro, aber nie so leger wie am Wochenende – ein Sakko darf zuhause bleiben, ein durchdachtes Hemd nicht. Beim Alkohol gilt die alte Faustregel eher enger als weiter: ein Glas, das man über den ganzen Abend streckt, wirkt souveräner als jedes zweite nachgeschenkte. Und wer mit der Geschäftsführung ins Gespräch kommt, sollte nicht sofort das nächste Projekt pitchen – auf dem Fest zählt echtes Interesse an der Person mehr als jede Gelegenheit, die man sonst nie bekommt.

Nimm die Nachwuchsführungskraft, die sich beim Grillabend endlich mal locker mit dem Inhaber unterhalten kann: Der Fehler ist nicht das lockere Gespräch, sondern der Moment, in dem sie plötzlich doch die Gehaltserhöhung anspricht. Genau da kippt die Stimmung – vom Menschen zum Bittsteller.

Wann hast du auf einem Firmenfest zuletzt gemerkt, dass die Grenze zwischen locker und zu locker näher ist, als du dachtest?

Quelle: 30 Jahre Coaching-Praxis, Uwe Klenner.