Illustration KI-generiert
Knigge am Auto: Wer hält wem die Autotür auf?
Ein Kunde steigt aus deinem Auto, und für einen Moment überlegst du: Gehe ich jetzt um den Wagen herum und öffne die Tür, oder wirkt das overdressed für eine schlichte Geschäftsfahrt?
Die Regel, jemandem die Autotür zu öffnen, stammt aus einer Zeit, in der sie fast ausschließlich Männern gegenüber Frauen galt. Im Geschäftskontext lohnt sich eine zeitgemäßere Übersetzung: Wer fährt oder wer als Gastgeber auftritt, öffnet die Tür für den Gast – unabhängig vom Geschlecht. Das hat einen praktischen Kern, der auch heute noch trägt: Die Tür ist für jemanden, der zum ersten Mal in ein fremdes Auto steigt, tatsächlich eine kleine Hilfestellung, gerade bei ungewohnten Verschlüssen oder engen Parklücken. Und wer um das Auto herumgeht, statt direkt einzusteigen, verschafft sich dabei nebenbei einen kurzen Sicherheitsblick auf den Verkehr.
Für die Auftritts-Phase ist das eine unauffällige, aber lesbare Geste: Sie zeigt, wer in der Situation die Gastgeberrolle übernimmt, ohne dass ein Wort darüber fällt. Gerade beim ersten Abholen eines wichtigen Kunden vom Bahnhof oder Flughafen macht dieser eine Handgriff den Unterschied zwischen „ich funktioniere nur als Fahrdienst“ und „ich empfange dich als Gast“.
Nimm die Vertriebsleiterin, die ihren wichtigsten Neukunden vom Flughafen abholt und ihm selbstverständlich die Beifahrertür öffnet, bevor sie um den Wagen herumgeht: Eine kleine Geste, die sofort klarstellt, wer sich hier um wen kümmert.
Wer übernimmt in deinen eigenen Geschäftsterminen die Gastgeberrolle – und zeigst du das auch in solchen kleinen Gesten?
Quelle: 30 Jahre Coaching-Praxis, Uwe Klenner.
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