Illustration KI-generiert
Der Gastgeber-Knigge fürs eigene Fest
Ein Gast trudelt eine halbe Stunde zu spät ein, mitten im ersten Gang – und du merkst als Gastgeberin sofort: Jetzt kommt es auf die nächsten zwanzig Sekunden an, nicht auf die verpasste halbe Stunde.
Für genau solche Situationen gibt es beim eigenen Fest klare, unaufgeregte Lösungen. Ein verspäteter Gast wird herzlich begrüßt und diskret an seinen Platz geführt, ohne dass der Ablauf für alle anderen unterbrochen wird – auf ein Herumreichen der Hand zur Begrüßung mitten im Gang verzichtet er dabei besser selbst. Wer zugesagt hat und ohne Nachricht einfach fernbleibt, wird zu gegebener Zeit freundlich, aber direkt gefragt, was passiert ist – und landet bei einer wenig überzeugenden Antwort nicht mehr automatisch auf der nächsten Gästeliste. Und wer früher gehen muss, tut das mit einem nachvollziehbaren Grund, diskret von der Gastgeberin begleitet, während die entstandene Lücke am Tisch unauffällig geschlossen wird.
Für die Auftritts-Phase gilt: Die eigentliche Souveränität eines Gastgebers zeigt sich nicht darin, dass ein Fest perfekt verläuft, sondern darin, wie selbstverständlich er mit den kleinen Abweichungen davon umgeht. Die beste Vorbeugung dagegen ist ohnehin die klare Kommunikation vorab: Anlass, Ort, Beginn und voraussichtliche Dauer rechtzeitig mitteilen und um eine kurze Rückmeldung bitten.
Nimm die Gastgeberin, die bei einer unangekündigten Verspätung einfach lächelt, den Gast leise zum Platz führt und das Gespräch am Tisch weiterlaufen lässt, als wäre nichts gewesen: Genau diese Selbstverständlichkeit ist es, die im Nachhinein als Souveränität in Erinnerung bleibt.
Was ist dir bei einem eigenen Fest zuletzt aus dem Ruder gelaufen – und wie hast du in dem Moment reagiert?
Quelle: 30 Jahre Coaching-Praxis, Uwe Klenner.
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