Illustration KI-generiert
Das Selbstgespräch vor dem großen Auftritt
Auf der Autofahrt zu einem wichtigen Vortrag sprichst du plötzlich laut mit dir selbst – Sätze wie „Ich bin gut vorbereitet, ich kenne das Thema“ –, und der Beifahrer neben dir schaut dich an, als wärst du nicht ganz bei Trost.
Genau dieses laute Selbstgespräch ist eine der wirksamsten, am meisten belächelten Vorbereitungstechniken überhaupt. Wiederholte, bewusst positiv formulierte Sätze über die eigene Vorbereitung wirken wie ein Anker, den der Kopf kurz vor dem Auftritt greifen kann – „Ich beherrsche das Thema, ich kenne mich aus, ich nehme die Zuhörer mit.“ Selbst Zweifel lassen sich auf diese Weise umdeuten, statt sie zu unterdrücken: „Danke für den Zweifel eben – dadurch habe ich noch einmal genauer nachgeschärft, jetzt sitzt es.“
Für die Vorbereitung auf einen Auftritt zählt dieses Selbstgespräch zu den einfachsten und zugleich unterschätztesten Werkzeugen. Es kostet nichts, braucht keine Technik und lässt sich überall üben – im Auto, beim Spaziergang, sogar vor einem geduldigen Hund als imaginärem Publikum, der nie widerspricht und trotzdem hilft, den eigenen Vortrag laut zu hören statt nur im Kopf.
Nimm die Führungskraft, die vor einer entscheidenden Präsentation für Investoren ihre Kernsätze laut im leeren Büro übt, bis sie ihr so vertraut sind wie eine Melodie, die man nicht mehr falsch singen kann: Genau diese Wiederholung ist es, die am Tag selbst für die nötige Ruhe sorgt.
Redest du vor einem wichtigen Auftritt mit dir selbst – und wenn nicht, was hält dich davon ab?
Quelle: 30 Jahre Coaching-Praxis, Uwe Klenner.
Dieser Beitrag gehört zur Phase Auftritt im Vier-Phasen-Modell →