Illustration KI-generiert
Wer legt eigentlich die Knigge-Regeln fest?
Ein Kollege korrigiert dich beim Geschäftsessen mit dem Satz „Das gehört sich so“ – und du fragst dich kurz, wer das eigentlich festgelegt hat und warum ausgerechnet so.
Die überraschende Antwort: niemand allein. Mehrere Institutionen und Trainerverbände beanspruchen gleichzeitig, die Deutungshoheit über gutes Benehmen zu haben, und jede von ihnen hat die überlieferten Regeln über die Zeit an die Gegenwart angepasst. Manche bestehen bereits seit Jahrzehnten und haben früh mit Tanzschulen zusammengearbeitet, andere sind jüngere, stärker auf Marktpräsenz ausgerichtete Trainerverbände. Etikette ist also weniger ein festgeschriebenes Gesetzbuch als ein sich wandelnder Konsens mehrerer Stimmen.
Für die Auftritts-Phase ist genau dieses Wissen befreiend: Wer weiß, dass Knigge-Regeln von Menschen gemacht und immer wieder angepasst werden, muss sie nicht wie ein starres Regelwerk abarbeiten, sondern kann sie mit der eigenen Persönlichkeit verbinden. Die überzeugendste Umsetzung von Etikette entsteht nicht durch perfekte Regelbefolgung, sondern dadurch, echten menschlichen Kontakt und Regelkenntnis zusammenzubringen.
Nimm die Führungskraft, die eine Etikette-Regel zwar kennt, in einer konkreten Situation aber bewusst eine menschlichere Variante wählt, weil die Situation es verlangt – und damit souveräner wirkt als jemand, der stur auf dem Regelbuch beharrt.
Welche Etikette-Regel befolgst du eigentlich nur, weil „man das so macht“ – ohne zu wissen, warum?
Quelle: 30 Jahre Coaching-Praxis, Uwe Klenner.
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