Uwe KlennerDer Kompetent-Macher

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Zwei einander zugewandte Silhouetten in Geschäftskleidung halten auf Brusthöhe gemeinsam einen massiven goldenen Balken, der den leeren Abstand zwischen ihnen überbrückt, vor einer warm leuchtenden goldenen Wand.

Illustration KI-generiert

Dein Körper kann den Satz nicht retten

· 2 Min. Lesezeit

Jemand aus deinem Team sagt dir, dass ihm gerade alles zu viel wird. Du lehnst dich vor, hältst den Blick, nickst – und sagst: „Kenne ich. Das gehört dazu, das geht vorbei.“

Ein Team um Danni Liao von der University of Kentucky hat in den Communication Monographs untersucht, was von so einer Antwort ankommt. 497 Menschen, die mit einer Angststörung oder mit chronischen Schmerzen leben, bekamen Zuspruch, an dem zwei Dinge unabhängig voneinander verändert wurden: die Worte und die Zugewandtheit dessen, der sie sagt. Die eine Fassung erkannte an – „Ich kann mir vorstellen, wie zermürbend das ist. Wie geht es dir gerade damit?“ Die andere wiegelte ab – „Ich verstehe eigentlich nicht, warum dich das so belastet. Ehrlich gesagt scheint mir das keine so große Sache.“ Getragen hat den Effekt die anerkennende Fassung, und zwar unabhängig davon, ob eine Fachperson oder ein Mitbetroffener sie sagte. Die zugewandte Körpersprache verbesserte das Ergebnis auch – aber nur dort, wo die Worte bereits anerkannten.

Das ist die Phase „Der Inhalt“, und sie korrigiert etwas, das in fast jeder Vorbereitung mitläuft. Wir behandeln Körpersprache gern als das eigentliche Signal und die Worte als das, was man eben dazu sagt. Hier war es umgekehrt: Die Zuwendung war ein Verstärker, kein Ersatz. Sie hat den abwiegelnden Satz nicht gerettet, sondern lief an ihm vorbei. Und der abwiegelnde Satz ist nicht der eines groben Menschen – er ist der eines freundlichen, der beruhigen will und dafür kleinredet. Genau das macht ihn so verbreitet: Er fühlt sich beim Sprechen hilfreich an. Erhoben wurde das nicht im Büro, sondern bei Kranken; was von dort zu übertragen ist, ist nicht die Zahl, sondern die Rangfolge.

Nimm die Mitarbeiterin, die dir nach zwölf Jahren sagt, sie schaffe ihr Pensum nicht mehr. „Das kriegen wir hin, mach dir keinen Kopf“ ist gut gemeint und spricht ihr trotzdem ab, dass es der Rede wert war. „Das hört sich an, als ginge das schon eine Weile so – wie sieht deine Woche gerade aus?“ kostet dich denselben Moment und lässt ihren Satz stehen.

Wann hast du zuletzt jemanden beruhigt, obwohl er nur gehört werden wollte?

Quelle: Liao, Hildenbrand, Yan & Chen, Studie zu verbaler und nonverbaler Zuwendung, Communication Monographs, 2026.

Quelle: Liao, Hildenbrand, Yan & Chen, Studie zu verbaler und nonverbaler Zuwendung, Communication Monographs, 2026.