Uwe KlennerDer Kompetent-Macher

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Die Hügel waren nicht braun. Sie waren golden.

Illustration KI-generiert

Die Hügel waren nicht braun. Sie waren golden.

· 2 Min. Lesezeit

Erinnerst du dich an dein letztes Missgeschick? In den ersten Sekunden danach entscheidest du unbewusst, wie du es dir selbst erzählst – als Katastrophe oder als Ausgangspunkt. Noch bevor du weißt, wie es wirklich weitergeht.

Google-Chef Sundar Pichai erzählte in seiner Abschlussrede an der Stanford University im Juni 2026 eine kleine Szene aus seinen ersten Tagen in Kalifornien: Er blickte auf die trockenen, staubigen Hügel und bemerkte gegenüber seinem Gastgeber, wie braun sie doch seien. Der widersprach ihm: „Die sind nicht braun. Die sind golden.“ Aus diesem einen Satz machte Pichai eine der drei Leitlinien seiner Rede – „Choose optimism“, Optimismus als bewusste Entscheidung, nicht als Laune.

Für die Inhalt-Phase ist das ein Lehrstück: Es geht hier nicht darum, die Fakten zu biegen – die Hügel waren nach wie vor trocken und staubig. Es geht darum, mit welchem Wort du eine Situation belegst, denn genau dieses Wort bestimmt, wie du und alle anderen im Raum als Nächstes darauf reagieren. „Braun“ macht eine Situation zum Endpunkt. „Golden“ macht sie zum Ausgangspunkt für die nächste Frage. Der Inhalt bleibt derselbe – die Deutung entscheidet über die Wirkung.

Nimm den Projektleiter, der seinem Team nach einer verpassten Deadline berichten muss: „Wir liegen drei Wochen zurück“ lähmt. „Wir haben jetzt drei Wochen mehr, um es richtig zu machen“ beschreibt exakt dieselbe Lage – und öffnet den Raum, den ein Team braucht, um weiterzuarbeiten, statt sich zu rechtfertigen.

Wie nennst du deinen letzten Rückschlag, wenn du ihn das nächste Mal erzählst – braun oder golden?

Quelle: Sundar Pichai, Abschlussrede an der Stanford University, Juni 2026.