Uwe KlennerDer Kompetent-Macher

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Wenn dir das Du angeboten wird

Illustration KI-generiert

Wenn dir das Du angeboten wird

· 2 Min. Lesezeit

Ein Kollege oder eine Vorgesetzte bietet dir spontan das Du an – und für einen Moment weißt du nicht genau, ob du dich freuen oder vorsichtig sein solltest.

Ein Du-Angebot ist zunächst eine Auszeichnung, keine Frage. Trotzdem lohnt sich ein kurzer Moment des Nachdenkens, bevor du zusagst: Wie ist die bisherige Beziehung, wie stabil ist sie, und in welchem hierarchischen Verhältnis stehst du zur anbietenden Person? Das Du lässt sich nämlich fast nie wieder zurücknehmen, ohne dass es unangenehm auffällt – einmal angenommen, bleibt es in aller Regel für immer.

Für die Erste-Worte-Phase ist genau dieser Moment der Anrede entscheidend, weil er den Ton für die gesamte weitere Beziehung setzt. Besonders heikel wird es, wenn eine Führungskraft das Du anbietet: Wer als Vorgesetzter diesen Schritt geht, sollte am nächsten Tag genau beobachten, wie das Gegenüber reagiert, und keinesfalls beleidigt sein, wenn die Person lieber beim Sie bleiben möchte – das ist ihr gutes Recht, nicht eine Zurückweisung.

Nimm die neue Mitarbeiterin, der der Abteilungsleiter beim Umtrunk zur Weihnachtsfeier das Du anbietet: Nimmt sie es unreflektiert an, kann es am nächsten Morgen im Meeting merkwürdig wirken, wenn plötzlich alle anderen noch beim Sie sind. Ein freundliches „Lass uns das gerne beim nächsten Mal in Ruhe besprechen“ verschafft ihr Zeit, ohne unhöflich zu wirken.

Wie gehst du selbst mit einem spontanen Du-Angebot um – nimmst du es an, weil es unhöflich wäre abzulehnen, oder weil es wirklich passt?

Quelle: 30 Jahre Coaching-Praxis, Uwe Klenner.

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